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URLAUB, GEHALT, KÜNDIGUNGSSCHUTZDas sind Ihre Rechte in der Zeitarbeit!

von: GUIDO ROSEMANN

Sie bauen Autos, pflegen die Alten und arbeiten in Einkaufsmärkten: In Deutschland gibt es fast schon wieder so viele Leiharbeiter wie vor der Krise. Der Boom in der Branche ruft aber auch Kritiker auf den Plan. Viele Zeitarbeiter wurden zu Beginn der Krise nämlich als Erste nach Hause geschickt und sollen jetzt wieder helfen, die Nachfrage aus dem Ausland zu bedienen.

Offenbar ist das Prinzip „Hire & Fire“ nun endgültig auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt angekommen. Die Leiharbeiter haben – so sieht es nicht nur die OECD – in Deutschland unter der Krise deutlich mehr gelitten als die Stammbelegschaften.

Weit mehr als 700 000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Zeitarbeit. Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist damit der alte Rekordstand aus dem Sommer 2008 (823 000) schon wieder erreicht.

Das liegt auch an vielen Arbeitnehmern, denen ihre reguläre Stelle während der Krise betriebsbedingt gekündigt wurde. Sie kehren nun auf den Arbeitsmarkt zurück – als Leiharbeiter, die unter schlechteren Bedingungen angestellt sind als normale Arbeitnehmer.

Befürworter der Leiharbeit argumentieren immer wieder, dass Arbeitslose über den Umweg Zeitarbeit wieder in den regulären Arbeitsmarkt integriert werden.

Für viele Beschäftigte gilt dennoch: Besser in der Zeitarbeit als ganz ohne Stelle. Und natürlich haben Sie auch als Leiharbeiter Rechte.

Zum Beispiel bei der Kündigung:

Wenn Sie als Leiharbeitnehmer keinen neuen Einsatz zugewiesen bekommen, erhalten Sie zunächst weiterhin Ihr Gehalt. Der Verleiher ist Ihr Arbeitgeber und haftet auch für die Zeiten, in denen Sie nicht eingesetzt werden können. Bei Auftragsmangel lassen die Unternehmen die zumeist befristeten Arbeitsverträge auslaufen oder sie kündigen ihren Mitarbeitern. Grundsätzlich unterliegen aber auch Leiharbeitnehmer dem allgemeinen Kündigungsschutz.

Heißt: Eine Kündigung ist rechtsunwirksam, wenn sie nicht aus personenbedingten, verhaltensbedingten oder betriebsbedingten Gründen erfolgt.

Beachten Sie auch: Eine Zeitarbeitsfirma darf nicht einfach betriebsbedingt kündigen, nur weil die Auftragslage schlecht ist. Im Zweifelsfall können Sie hier gegen Ihre Entlassung vorgehen. Informieren Sie sich dazu beim zuständigen Betriebsrat oder der Gewerkschaft.

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